Gefährdungsbeurteilung

Im § 5 verpflichtet das Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) alle Arbeitgeber zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung: Durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung muss ermittelt werden, welche Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Die Verpflichtung wird in zahlreichen weiteren Rechtsgrundlagen zum Arbeitsschutz bezogen auf die darin geregelten speziellen Aspekte konkretisiert.

Wie die Gefährdungsbeurteilung durchzuführen ist, ist nicht detailliert festgeschrieben, es werden nur Grundsätze benannt.
Hinzu kommt die Pflicht des Arbeitgebers, den Prozess zu dokumentieren. Was mindestens zu dokumentieren ist, regelt der § 6 ArbSchG.

Die Unfallkasse NRW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe durch ein Softwareprodukt, das von der Unfallversicherung Bund und Bahn entwickelt wurde und durch eine Länderarbeitsgruppe an die Spezifika der Kommunen und Landesbehörden angepasst wird:
die „Handlungshilfe zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen“,
kurz: Handlungshilfe (HH).
Die Software wird grundsätzlich kostenfrei an Mitgliedsbetriebe abgegeben. Je nach Software-Version ist die Abgabe jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Vorteile bei der Verwendung der Handlungshilfe sind die systematische Erfassung von Gefährdungen, Lösungsvorschläge bei der Auswahl von Maßnahmen und Rechtssicherheit bei der Angemessenheit der Gefährdungsbeurteilung. Durch Inhaltsupdates werden Sie auf dem aktuellen Stand der Rechtsvorschriften gehalten.

Während die Handlungshilfe in der Version HH3.1 schon längere Jahre im Einsatz ist, stellte die Unfallversicherung Bund und Bahn im Jahr 2015 eine neue Version, die HH4.0 vor.

Die HH4.0 weist gegenüber der Vorgängerversion eine verbesserte Netzwerkfähigkeit auf. Es können verschiedene Benutzerrollen eingerichtet werden, die unterschiedliche Berechtigungen innerhalb der Software erhalten. Diese Erweiterungen der Software führen aber auch zu einem höheren Einarbeitungsaufwand. Ferner unterliegt die Software strengeren lizenzrechtlichen Auflagen, sodass eine Herausgabe an bestimmten Vorgaben geknüpft ist. Weitere Informationen erhalten Sie unter dem rechten Punkt Handlungshilfe HH4.0.

Insbesondere bei kleineren Einrichtungen, in denen nur wenige Personen die Datenpflege durchführen, lohnt es sich, wegen der einfacheren Handhabung der Software, weiterhin mit der Handlungshilfe HH3.1 zu arbeiten. Diese wird auch weiterhin mit Inhaltsupdates versorgt. Ein späterer Umstieg auf die Version HH4.0 ist möglich. Vorhandene Daten können in die neue Software überführt werden.

Bei sehr kleinen Einrichtungen mit wenigen Arbeitsplätzen oder bei der Beurteilung von besonderen Tätigkeiten ist die Einarbeitung in eine Software häufig zu aufwändig. Hier bietet sich das „Praxisseminar zur Gefährdungsbeurteilung“ der Unfallkasse NRW an. Hier wird an holz- bzw. metallverarbeitenden Maschinen ein Verfahren erläutert, wie unter Beteiligung der Beschäftigten Gefährdungen ermittelt und anschließend beurteilt werden können.

Seminare hierzu finden Sie bereichsübergreifend unter dem Punkt „Maschinen und Geräte“.