Pressemitteilungen der Unfallkasse NRW

Unfallkasse Nordrhein-Westfalen initiiert wegweisendes Projekt im Arbeitsschutz

Arbeitsschutz ist in vielen Betrieben und Verwaltungen ein Arbeitsfeld ohne eine zusammenhängende Struktur. Wo ist der Arbeitsschutz organisiert? Wer ist verantwortlich?...

[21.11.2008] Arbeitsschutz ist in vielen Betrieben und Verwaltungen ein Arbeitsfeld ohne eine zusammenhängende Struktur. Wo ist der Arbeitsschutz organisiert? Wer ist verantwortlich? Wo können sich die Verantwortlichen über Vorschriften und Regeln zum Arbeitsschutz informieren? Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen möchte ihren Kommunen nun helfen dieses strukturelle Defizit zu beseitigen. Mit der Einführung eines übertragbaren Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems, das im Rahmen des Projektes „Kommunales Arbeits- und Gesundheitsmanagementsystem NRW“ entwickelt wird. Kern des Managementsystems ist ein zentral gepflegtes Informationsportal das auf die spezifischen Belange der Kommunen eingeht. Also keine standardisierte Sammlung von Gesetzesvorgaben und Anforderungen, sondern ein durch jede einzelne Kommune selbst zu pflegendes Informationsportal das jederzeit Änderungen und Ergänzungen zulässt. Es beschreibt arbeits- und gesundheitsschutzrelevante Abläufe und Zusammenhänge in Kommunen und deren Verwaltungen in allen Tätigkeitsbereichen und nennt die jeweils dafür verantwortlichen Funktionen oder Bereiche. Aufbau- und Ablauforganisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Bestandteile des Systems sind beispielsweise Grafiken, die die Kette der Verantwortlichen und Akteure deutlich macht, also die Aufbauorganisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Für jede Hierarchiestufe sind Rechte, Pflichten und Rechtsgrundlagen aufgelistet. Ebenso ausführlich werden die Prozesse der Ablauforganisation dargestellt. So werden beispielsweise für den Bereich „Bauhof“ alle Aspekte aufgelistet, die aus Sicht des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bei der Straßenunterhaltung einzuhalten sind, um allen Beschäftigten ein sicheres, unfallfreies und gesundes Arbeiten zu ermöglichen. Formulare, Checklisten und Dokumente Hinzu kommen Regelungen zur Notfallorganisation sowie die Philosophie und die Ziele des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Eine Übersicht über alle Regeln und Vorschriften sowie eine Suchfunktion vervollständigen die Gliederung. Anhand von hinterlegten Kriterien kann die Qualität der eigenen Maßnahmen überprüft werden. Arbeitsunterlagen wie Formulare, Checklisten, Dokumente und weiterführende Informationen ergänzen das Informationsportal.

Ziel

Mit dem System soll ganz bewusst über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehandelt werden können. So kann man Antworten auf den demografischen Wandel der Belegschaften finden oder den Krankenstand und Fehltage reduzieren. “Ein gutes Arbeitsschutzmanagementsystem ist die beste Vorbereitung auf den demographischen Wandel“, erläutert Elke Jaspers, Projektleiterin der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. So könnten Beschäftigte länger gesund arbeiten. Ziel des Managementsystems ist es, einen systematischen und umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutz im kommunalen Arbeitsalltag zu schaffen. Das soll den Beschäftigten in den Verwaltungen ein sicheres, unfallfreies und gesundes Arbeiten ermöglichen. Erfahrungen Das beschriebene System beruht auf Erfahrungen an den nordrhein-westfälischen Hochschulen. Ziel ist es, das dort mit Erfolg eingesetzte System nun auf die Kommunen unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Belange zu übertragen. Als Pilotkommune fungiert in diesem Projekt die Stadt Troisdorf, die als erste das neue Managementsystem für Arbeits- und Gesundheitsschutz in ihrer Verwaltung einführen wird. „Jeder Unternehmer ist verpflichtet Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Hierfür bietet das Informationsportal hervorragende Möglichkeiten“, sagt Karl-Heinz Bufe, Projektleiter im Bereich Arbeitsschutzmanagement bei der Stadt Troisdorf. Unsere Pressemitteilung können Sie hier auch als pdf herunterladen.