Pressemitteilungen der Unfallkasse NRW

Strangulationsgefahr durch Pferdegeschirre, Fahrradhelme und Anorakkordeln

[29.06.2012] Ausgelassenes Toben auf dem Spielplatz gehört einfach zu einer glücklichen Kindheit. Sicherheit aber auch. Eltern sollten deshalb einen kritischen Blick auf die Kleidung ihres Nachwuchses werfen. An Kordelstoppern, Schals und Schlüsselbändern können Kinder sich zu Tode strangulieren. Ein Risiko beim Klettern sind auch Fahrradhelme, Seile, Riemen und Pferdegeschirre. An einem Pferdegeschirr strangulierte sich im Herbst 2010 in Bayern ein vier Jahre altes Mädchen zu Tode, als sich eine um seinen Hals gelegte Schlinge in einer Rutsche verfing. Im Sommer 2010 starb bei Augsburg ein elfjähriges Mädchen, dessen Fahrradhelm sich in den Maschen eines Spielgerätes verfangen hatte. Das Kind konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien, der festgeschnallte Riemen schnürte ihm die Luft ab.
Unfälle wie diese sind grausam. Um sie zu verhindern, rät die Unfallkasse NRW:
  • Beaufsichtigen Sie Ihr Kind oder sprechen Sie mit anderen Eltern ab, wer die Aufsicht übernehmen kann.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auf dem Spielplatz oder auf Spielgeräten im Garten Fahrradhelm, lange Schals, Ketten oder Schlüsselbänder ablegt. Mit einem Karabinerhaken zum Beispiel kann der Schlüssel an der Gürtelschlaufe der Hose befestigt werden.
  • Einfache Regeln aufstellen. Zum Beispiel: Das Kind darf mit einem Pferdegeschirr, mit Seilen und Riemen nur laufen, aber nicht klettern.
  • Anoraks dürfen in der Nähe des Halses keine Kordeln haben: Die Strangulationsgefahr ist immens! Zwar haben sich 2001 zahlreiche Hersteller und Händler von Kinderkleidung verpflichtet, bis Größe 146 auf Kordeln zu verzichten. Dennoch: Kordeln befinden sich noch immer an Jacken z. B. aus älteren Kollektionen, die in Second-hand-Läden gekauft oder von älteren Geschwistern vererbt werden. Eine gute Alternative sind Klettverschlüsse; es gibt sie auch zum „Nachrüsten“.
Der Schutzhelm: sinnvoll auf dem Fahrrad und beim Skaten Der Fahrradhelm schützt im Straßenverkehr das Leben des Kindes. Wird er falsch genutzt, etwa beim Klettern in einer großen Kletterspinne, birgt er Lebensgefahr: Fällt das Kind herunter, bleibt der Helm womöglich in den Maschen hängen. Das Kind kann sich strangulieren oder das Genick brechen. Zwar sind die Lücken zwischen den Maschen groß genug, dass der Kopf eines Kindes problemlos durchpasst – aber nicht immer auch der Helm. Er bleibt hängen, das Kind wird von der Schwerkraft nach unten gezogen und bekommt keine Luft mehr.
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