Pressemitteilungen der Unfallkasse NRW

Fachtagung: „Fokus pflegende Angehörige – Beim Pflegen gesund bleiben“

[07.11.2008]

Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen hat mit ihrer Fachtagung „Fokus Pflegende Angehörige - Beim Pflegen gesund bleiben“ für die pflegenden Angehörigen eine Lanze gebrochen. Die Gruppe der „Pflegenden Angehörigen“, von denen es in Nordrhein-Westfalen mehr als 500.000 gibt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. „Diese große Zahl zeigt uns, wie wichtig es ist, unser Augenmerk auf diesen Personenkreis zu lenken und uns in Zukunft verstärkt um dieses Thema zu kümmern, gerade vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung“, so Gabriele Pappai, Mitglied der Geschäftsführung der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen.

Gabriele Pappai, Mitglied der Geschäftsführung eröffnete die Fachtagung

„Wir haben mit dieser Fachtagung das Ziel verfolgt und auch erreicht, dass wir den Gesundheitsschutz für „Pflegende Angehörige“ und das Thema „Pflege“ in den Mittelpunkt unserer Diskussionen und Beiträge gestellt haben. Es hat sich darüber hinaus gezeigt, dass alle, die in diesem Bereich tätig sind, von den Netzwerken profitieren und auch lernen können“, berichtete Gabriele Pappai weiter. Mitwirkende der Fachtagung waren das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales mit einem Vortrag zur Pflegversicherung, die Landesstelle für pflegende Angehörige, die AOK Westfalen-Lippe, die Universität Witten/Herdecke und das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Es wurde deutlich, dass für die „Pflegenden Angehörigen“ der Gesundheitsschutz ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. 
Dr. Hanneli Döhner

So ist es ein folgerichtiger Schritt, dass die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen ein „Netzwerk für Pflege“ modellhaft in Dortmund und Solingen initiiert und seit Mai 2008 bei der bundesweiten Interessensvertretung „Wir pflegen“ mitwirkt, die sich für die Belange der „Pflegenden Angehörigen“ einsetzt. Frau Dr. Hanneli Döhner, Vorstandsmitglied der Interessensvertretung, berichtete in ihrem Vortrag über eine europäische  Studie und zeigte auf, welche Bedeutung „Pflegende Angehörige“ in der Gesellschaft haben und was deren Bedürfnisse sind.

Dr. Hanneli Döhner: „Information über die Erkrankungen der pflegebedürftigen Menschen und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige sowie Beratungsangebote stehen ganz oben auf der Liste der Erwartungen der Angehörigen. Außerdem wird der hohe bürokratische Aufwand – immer wieder Anträge und Wartezeiten -  beklagt. Das Pflegegeld halten viele für unangemessen niedrig im Vergleich zu den Sachleistungsbeträgen. Wenn dann noch der Beruf zu Gunsten derPflege aufgegeben, reduziert oder unterbrochen wird, geraten viele Familien in finanzielle Not.“

 „In der öffentlichen Wahrnehmung kommen „Pflegende Angehörige“ leider kaum vor und es ist vor der demografischen  Entwicklung dringend Handlungsbedarf angezeigt“, so Pappai. "Kinder, die sehen, wie ihre Eltern bei der Pflege von Angehörigen unter dem Stress leiden und krank werden, werden sich in Zukunft sicher nicht gerne für die Pflege ihrer Angehörigen engagieren. Wenn sie allerdings sehen, dass bei der Pflege von Angehörigen Unterstützung und Hilfe vorhanden ist, dann wird sie dies positiv beeinflussen“, berichtete sie

Sie machte deutlich, dass die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen in ihrem Präventionsangebot zahlreiche Seminare und Lehrgänge vorhalte, die für Berufsgruppen konzipiert sind, die mit pflegenden  Angehörigen arbeitenden. Diese „Multiplikatorenseminare“ reichen vom „Gesundheitsschutz nicht erwerbsmäßig Pflegender“ und „Umgang mit Trauer und Angst pflegender Angehöriger“ bis hin zu Workshops, in denen  über Unterstützungsmöglichkeiten und Wünsche der Teilnehmer diskutiert werden. „Diese Seminare und Workshops leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Pflege und Betreuung nicht zwangsläufig krank machen müssen“; berichten die Präventionsexperten der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen Alexandra Daldrup und Martin Schieron.

Die Pressemeldung erhalten Sie hier als PDF-Dokument.

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