Nachrichten der Unfallkasse NRW

Unfallversicherungsschutz im Homeoffice

Illustration Homeoffice
Arbeiten von zu Hause aus
[09.02.2021]

Bei der Arbeit im Homeoffice gehen die beruflichen und privaten Tätigkeiten fließend ineinander über. Sollte dann zuhause ein Unfall passieren, besteht oftmals Unsicherheit über den Versicherungsschutz, da der Unfall nicht im betrieblichen Umfeld geschah.

Grundsätzlich gilt: Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Doch welche Tätigkeiten im Homeoffice zu einem Arbeits- bzw. Wegeunfall führen können und welche Handlungen nicht unter Versicherungsschutz stehen, ist nicht immer klar für die Betroffenen.

Versicherte Tätigkeiten im Homeoffice
Im Homeoffice sind alle Tätigkeiten versichert, die mit der Zielrichtung (sog. objektive Handlungstendenz) ausgeübt werden, dem Unternehmen zu dienen bzw. die betrieblichen Aufgaben zu erfüllen. Tätigkeiten, die nicht mit der Handlungstendenz ausgeübt werden betrieblichen Interessen zu dienen, sind nicht versichert.

Im Einzelnen:

Wege im Homeoffice
Versichert sind innerhäusliche Wege, die in einem engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben stehen. Das heißt zum Beispiel: Fällt eine Versicherte die Treppe hinunter und verletzt sich dabei, weil sie im Erdgeschoss die unterbrochene Internetverbindung überprüfen will, die sie für die dienstliche Kommunikation benötigt, wäre dieser Unfall versichert. Auch ein Weg zum einem dienstlich genutzten Drucker wäre abgesichert.

Fällt eine beschäftigte Person hingegen die Treppe hinunter, weil sie eine private Paketsendung entgegennehmen will, wäre dies kein Risiko gegen das die gesetzliche Unfallversicherung schützt. Denn eigenwirtschaftliche – das heißt private – Tätigkeiten sind auch im Büro grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert. Daher sind auch Wege im Homeoffice, um sich etwas zu Essen oder Trinken zu holen bzw. Wege zur Toilette nicht unfallversichert (so zum Beispiel das Urteil des Bundessozialgerichts (vgl. vom 05.07.2016, Aktenzeichen: B 2 U 5/15 R). Wenn hier etwas passieren sollte, greift der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wege aus dem Homeoffice zum Kindergarten und zurück
Wege aus dem Homeoffice und zurück sind nach derzeitiger Rechtslage nicht versichert, wenn sie erfolgen, um wegen der beruflichen Tätigkeit im Homeoffice Kinder fremder Obhut anzuvertrauen, also z.B. in den Kindergarten zu bringen.

Wege aus dem Homeoffice und zurück
Wege aus dem Homeoffice und zurück, die erfolgen, um sich auswärts mit Nahrungsmitteln zu versorgen (Supermarkt, Bäckerei, Take away etc.), sind ebenfalls nicht unfallversichert. Auch insoweit greift der Krankenversicherungsschutz.

Ob ein Weg im unmittelbaren Unternehmensinteresse zurückgelegt wird und deswegen im sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit steht, bestimmt sich, wie oben beschrieben, vielmehr vorrangig nach der objektivierten Handlungstendenz der Versicherten.
Tipps der DGUV für Unternehmen und Beschäftigte: Home-Office - So bleibt die Arbeit sicher und gesund.