Nachrichten der Unfallkasse NRW

Kann von Antigenselbsttests oder PCR „Lolli-Tests“ eine Gesundheitsgefahr ausgehen?

Das Bild zeigt ein Antigen-Schnelltest Set
[04.03.2022]

In Deutschland entspannt sich das Infektionsgeschehen. Prof. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité prognostiziert allerdings einen Sommer, der nicht frei von „Corona-Sorgen“ sei.

Um einen sicheren und möglichst konstanten Schulablauf an den Schulen in NRW zu sichern, werden seit dem Frühjahr 2020 flächendeckende Antigen-Selbsttests oder PCR-Pooltestungen („Lolli-Tests“) durchgeführt.

Seit einiger Zeit kursieren in den sogenannten sozialen Medien Gerüchte, dass neben den Gefahrstoffen in den Testsätzen die Abstrichtupfer, die mit einem „stachelschweinähnlichen“ Kopf - unter einem Mikroskop betrachtet - ausgestattet sind, gesundheitlich fragwürdig sind.

So wird befürchtet, es könnten einzelne Stacheln abbrechen und dann in der Nase zurückbleiben. Außerdem wird auf kritisch auf das Ethylenoxid (EO) in den Tests hingewiesen.

Diese Gerüchte haben zu zahlreichen Anfragen von besorgten Eltern und Lehrkräften an die Unfallkasse NRW geführt. Sie fragen, ob von den Abstrichtupfern der „Corona-Tests“ eine Gesundheitsgefahr ausgehen kann?

Diese Sorgen werden seitens der UK NRW sehr ernst genommen.
Als Träger der gesetzlichen Schülerunfallversicherung ist der Unfallkasse NRW die Aufklärung der Öffentlichkeit, Schulen und Erziehungsberechtigten wichtig.

Der Verunsicherung möchten wir Rechnung tragen.

Die Antwort der Unfallkasse NRW auf die Fragestellung „Kann von den Abstrichtupfern der „Corona-Antigen-Selbsttests oder Lolli-Tests“ eine Gesundheitsgefahr ausgehen?“, ist:

Nein! Grundsätzlich sehen wir nach wir vor keine Gesundheitsgefahren bei der Anwendung von Abstrichtupfern in „Corona-Antigen-Selbsttests oder Lolli-Tests“, die ordnungsgemäß hergestellt und vertrieben werden sowie eine CE-Kennung und/oder vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Zulassung erhalten haben.

Begründung:

Die CE-zertifizierten Abstrichtupfer sind Medizinprodukte. Der Stab besteht üblicherweise aus einem handelsübliche Kunststoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol - ABS). Der Kopf der Abstrichtupfer besteht z.B. aus medizinischen Nylonfasern oder Viskosewatte.

Die (mögliche) Wirkung/Toxizität von Nylonfasern mit Asbestfasern zu vergleichen, hält die UK NRW für grotesk. Im Gegensatz zu Asbestfasern haben Nylonfasern - wie sie z.B. auch in Kleidungsstücken verwendet
werden - eine relativ geringe Bioresistenz. Asbest hingegen ist unvergänglich – auch im Körper. Auch von der Struktur (Durchmesser, Faserverhalten etc) sind die beiden Fasern absolut nicht miteinander vergleichbar. 

Bedenken hinsichtlich der Inhaltstoffe der Corona-Antigen-Selbsttests oder Lolli-Tests sieht die UK NRW bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht. Die Inhaltstoffe der von Corona-Selbsttests klingen vielleicht zunächst besorgniserregend. Was auch immer gemessen wird/wurde – die Konzentration der Stoffe war gering. Angesichts dieser geringen Belastung sehen viele Experten und die UK NRW letztendlich keine gesundheitsschädigende Wirkung auf den Menschen.

Den Verfassern von entsprechenden Beiträgen in den sogenannten sozialen Medien ist offenbar die Erkenntnis von Max Josef Pettenkofer nicht bekannt/präsent, die wie folgt lautet:

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift;
allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei“
(* 3.Dez.1818 + 10. Feb. 1901)

Abschließend möchte die Unfallkasse NRW auf eine Veröffentlichung vom 24.02.2022 hinweisen:

Inhaltsstoffe von Corona (SARS-CoV-2)-Antigen-Schnelltests

Anmerkung: Der Verfasser der vorliegenden Stellungnahme vom 3. März 2022 ist Mitglied des Koordinierungskreises für Gefährliche Arbeitsstoffe (KOGAS)

Dipl.-Ing. Ludger Hohenberger
Unfallkasse NRW Regionaldirektion Westfalen-Lippe
Leiter der Abteilung „Biologische, chemische
und physikalische Einwirkungen, Messstelle“ und
stellvertretender Leiter des DGUV Sachgebiets „Gefahrstoffe“
beim Fachbereich „Rohstoffe und chemische Industrie“