Nachrichten der Unfallkasse NRW

Feuerwehrleute leben gefährlich

Das Bild zeigt die seitliche Ansicht eines Feuerwehrwagens
[01.09.2020]

Mehr als 1,3 Millionen freiwillige Feuerwehrleute in Deutschland sind über die gesetzliche Unfallversicherung gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Sie sind bei ihren Tätigkeiten einem durchschnittlich deutlich höheren Unfallrisiko ausgesetzt als andere Berufsgruppen.

Im Jahr 2019 erlitten Angehörige der freiwilligen Feuerwehr 4.507 meldepflichtige Arbeitsunfälle und 384 Wegeunfälle. Dabei kam es insgesamt zu 6 Todesfällen. In 2.454 Fällen wurden neue Renten an Versicherte oder ihre Hinterbliebenen ausgezahlt, das ist ein Indiz für einen besonders schweren Unfallverlauf.

Die Unfallquote, wie sie die in einigen Bundesländern tätigen Feuerwehrunfallkassen ausweisen, liegt mit 45,0 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je tausend Vollarbeiter deutlich über dem Durchschnitt in der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) insgesamt von 21,0 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je tausend Vollarbeiter.

„Die Unfallzahlen des vergangenen Jahres zeigen, wie auch schon die der Jahre davor, dass der ehrenamtliche Feuerwehrdienst mit Risiken verbunden ist, die leider immer wieder zu schweren und sogar tödlichen Unfällen bei den Einsatzkräften führen“, sagt Tim Pelzl, Leiter des Fachbereichs Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz der DGUV: „Das muss für alle verantwortlichen Personen und Feuerwehrführungskräfte auf kommunaler, Kreis-, Landes- und Bundesebene ein Ansporn sein, sich noch mehr für die Prävention von Unfällen im Feuerwehrdienst zu engagieren.“

Der Klimawandel könnte die Gefahrenlage für die Einsatzkräfte der Feuerwehr weiter erhöhen. Mit steigenden Temperaturen kommt es in Zukunft vermutlich häufiger zu Starkregen-Ereignissen, Überflutungen und Vegetationsbränden. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Sicherheit und Gesundheit von Feuerwehrleuten auch unter diesen Bedingungen zu gewährleisten? Wie sieht eine angemessene Schutzkleidung aus? Was bedeutet das für die Ausbildung? Pelzl: „Aspekte von Sicherheit und Gesundheit müssen integrale Bestandteile bei Aus-, Fortbildung sowie im Übungs- und Einsatzdienst der deutschen Feuerwehren sein. Das feuerwehrspezifische Vorschriften- und Regelwerk der DGUV und die Feuerwehrdienstvorschriften der Bundesländer bieten eine hervorragende Grundlage dazu.“

Weitere Informationen zum Thema Herausforderungen des Klimaschutzes für die Feuerwehr finden Sie in der neuen Ausgabe von DGUV Forum, der Fachzeitschrift der gesetzlichen Unfallversicherung.

Pressemitteilung der DGUV