Nachrichten der Unfallkasse NRW

Fachtagung zu psychischen Belastungen in Pflegeberufen

[12.10.2011] Die Landesregierung will den Arbeitsschutz der 300.000 Pflegekräfte in NRW
verbessern. „Pflege ist kein Kinderspiel. Wer in diesem Beruf arbeitet, macht
einen wertvollen, aber auch harten Job, der nicht nur hohe körperliche, sondern vor allem auch psychische Belastungen mit sich bringt“, sagte Arbeitsminister Guntram Schneider in Essen zum Auftakt einer Fachtagung zu psychischen Belastungen in den Pflegeberufen. Bislang arbeiten Pflegerinnen und Pfleger durchschnittlich sechs Jahre in
ihrem Beruf. Bessere Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen – so Minister
Schneider weiter – könnten die hohe Fluktuation vermindern und dazu führen,
dass die Pflegekräfte länger im Beruf bleiben: „Würde jede Krankenpflegerin
und jeder Altenpfleger länger im Beruf arbeiten, hätten wir das Problem
des Fachkräftemangels in der Pflege gelöst.“ Auf der Tagung werden Arbeitszeitmodelle und andere Beispiele aus der
Praxis vorgestellt, die die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessern
können. Eine besondere Rolle spielt darüber hinaus das sogenannte „GDAOnline-Selbstbewertungsinstrument“. Mit diesem interaktiven Tool im Internet können Pflegeeinrichtungen die Ist-Situation in ihrem Betrieb analysieren, anonym mit der anderer Betriebe vergleichen und vor allem individualisierte Hinweise bekommen, wie der Arbeitsschutz und die Arbeitsgestaltung im Betrieb noch weiter verbessert werden können.

„Dies liegt auch im Interesse der Betriebe, denn mit guten Arbeitsbedingungen
können sie ihre Beschäftigten an sich binden und so ihre Wettbewerbsfähigkeit
verbessern“, sagte der Minister. Die Pflegeberufe sind die Berufe mit den weitaus meisten Krankheitstagen
aufgrund psychischer Erkrankungen: Pro Beschäftigten durchschnittlich 2,1
Tage im Jahr, während im Durchschnitt aller Berufe nur 1,3 Krankheitstage
aufgrund psychischer Krankheiten pro Beschäftigten und Jahr anfallen.

Die Fachtagung „Psychische Belastungen“ wurde veranstaltet vom Landesarbeitsministerium, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Sie ist Bestandteil der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ (GDA), in
der sich die Arbeitsschutzbehörden der Länder, die Unfallversicherungsträger
und der Bund gemeinsam engagieren.

Arbeits- und Sozialmininster Guntram Schneider sprach zum Auftakt der Veranstaltung.

Berthold Iserloh, Institut für Arbeitsphysologie und Arbeitsmedizin Herdecke, fragte wieviel Stress verträgt der Mensch?


            
Alexandra Gerstner, BG für                              Theo Blättler, Unfallkasse NRW,  Gesundheitsdienst und Wohlfahrts-              stellte das GDA-
pflege, sprach über Führung und                   Selbstbewertungsinstrument vor.
Gesundheit.            
Roland Contzen, BG für Gesund-                  Prof. Dr. Dirk Richter, Berner
heitsdienst und Wohlfahrtspflege,                Fachhochschule, machte die
referierte zum Thema Sicheres                     Prävention psychischer 
Krankenhaus.                                                    Erkrankungen zum Thema.


           
Michael Ramm, Forum fBB Hamburg,           Gabriella Da Boit, Klinikum Solingen
sprach über Stress im Gesundheits-            gGmbH, stellte Wege zum betrieb-
dienst.                                                                   lichen Gesundheits-
                                                                               management vor.             
Eva Aich, Bezirksregierung Düsseldorf,       Stephan Rohn, DGUV, referierte zum
sprach über Arbeitszeitbelastung in             Thema: Bewältigung von
der Pflege.                                                           Belastungen.