Nachrichten der Unfallkasse NRW

Fachtagung „Neuerungen im Gefahrstoffrecht –Schwerpunkt Lagerung“

[03.12.2012] Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen, der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover und die Landesunfallkasse Niedersachsen richteten jetzt gemeinsam die  Fachtagung „Neuerungen im Gefahrstoffrecht – Schwerpunkt Lagerung“ bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück. Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung und informierten sich über das Gefahrstoffrecht allgemein und über die Lagerung von Gefahrstoffen im speziellen.




Bericht von der Fachtagung



Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Referenten der Fachtagung wurden von Manfred Sterzl/Präventionsleiter der Unfallkasse NRW – auch im Namen der jeweiligen Geschäftsführungen – herzlich begrüßt. „Bei der Wahl des Tagungsortes haben wir uns ganz bewusst für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt entschieden. Gefahrstoffe und die damit verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt spielen in den Betrieben eine große Rolle. Das Ziel der Gefahrstoffverordnung ist  es, die Menschen und die Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen zu schützen. Hauptaufgabe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist die Förderung von Vorhaben zum Schutz der Umwelt. Insofern bildet die Gefahrstoffverordnung, als wichtige Vorschrift  zum Schutz vor chemischen Gefährdungen, eine Schnittstelle zwischen den Aufgaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung;“ so Manfred Sterzl.

Warum eine Fachtagung zu so einem Thema?

Manfred Sterzl brachte es auf den Punkt und erklärte warum sich die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachen für die gemeinsame Ausrichtung einer solchen Fachtagung entschieden haben.

Ohne chemische Produkte wären die enormen Fortschritte der letzten 100 Jahre nicht möglich gewesen. Daher gibt es heute fast keinen Arbeitsplatz mehr ohne „Chemie“ bzw. Gefahrstoffe. Das bedeutet, dass sich fast alle Betriebe auch mit den möglichen Gefahren der Chemie auseinandersetzen müssen. Tätigkeiten mit Gefahrstoffen erfordern eine umfassende Kenntnis des einschlägigen Gefahrstoffregelwerks und praktische Erfahrungen. Fachkompetenz muss gepflegt werden. Sie bleibt nur dann dauerhaft erhalten, wenn die Praktiker vor Ort im kontinuierlichen Austausch mit „Regulatoren und Aufsichtsbehörden“ des Gefahrstoffrechts  stehen.

Zum 1. Dezember 2010 trat eine Novelle der Gefahrstoffverordnung in Kraft. Anlass für diese Novelle waren weitere notwendige Anpassungen an das neue EU-Chemikalienrecht und eine Weiterentwicklung der Gefahrstoffverordnung aufgrund der Erfahrungen mit der Gefahrstoffverordnung aus dem Jahr 2005.
Wie bei allen betrieblichen Gefährdungsfaktoren beinhaltet die neue Gefahrstoffverordnung einen weiteren Schritt in Richtung einer weiteren Fokussierung auf die Gefährdungsbeurteilung mit einer Stärkung der Arbeitgeberverantwortung. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist ein hoher Unterstützungsbedarf durch die betrieblichen Arbeitsschutzexpertinnen und -experten, ausgestattet mit dem aktuellen Wissen zu Änderungen im Gefahrstoffrecht, erforderlich, so Manfred Sterzl. Im Anschluss an die Begrüßung und Eröffnung der Fachtagung durch Manfred Sterzl, hieß Andreas Skrypietz  von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer  der Fachtagung im Namen des „Hausherren“ herzlich willkommen. In seinem anschließenden Vortrag  informierte er beeindruckend über die Ziele und Aufgaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.  Referenten der Fachtagung
Reinhard Lenz vom Institut Input machte in einem sehr anschaulichen Vortrag „Gefühltes Risiko bei unsichtbaren Gefahren“ deutlich, warum die Risikoeinschätzung das Vorsorgeverhalten von Menschen bestimmt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten bei seinem Vortrag vieles über moderne Instrumente zur Risikobewertung und –vorsorge erfahren.

Durch die vielen praktischen Beispiele und seinen engagierten Vortrag kann Reinhard Lenz sich sicher sein, dass er bei allen Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.
 
Dr. Robert Kellner/DGUV,  ausgewiesener Fachmann  für das Gefahrstoffrecht, bot in seinem Vortrag „Neuerungen und Ausblick im Gefahrstoffrecht“ einen tiefen Einblick und Ausblick in die komplexen und leider oftmals nur schwer verständlichen aktuellen und zukünftigen Regelungen des Gefahrstoffrechts.



Ein wichtiger Anlass und zugleich Schwerpunkt für die Fachtagung war die seit Dezember 2010 gültige  neue Technische Regel für Gefahrstoffe „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern - TRGS 510“. Basierend auf den Gefahrstoffeigenschaften und den Tätigkeiten unterstützt die TRGS 510 die Ermittlungspflicht der erforderlichen technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen im Zuge der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.
Dr. Norbert Müller von der DB Schenker AG stellte in seinem sehr ansprechenden und informativen Vortrag „Lagerung von Gefahrstoffen – TRGS 510“ die Auswirkungen der neuen Vorschriften auf ihren Betrieb dar und ging darauf ein, wie Haftungsrisiken vermieden werden können. Darüber hinaus hatte er konkrete Hilfen und Lösungs-vorschläge für die praktische Umsetzung der TRGS 510 für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer parat.








 
Bei dem abschließenden Resümee konnten sich die Referenten und Moderatoren Ludger Hohenberger, Dr. Thomas Klüner und Thomas Overmann von einem gut gelaunten und offensichtlich insgesamt  sehr zufriedenen  Publikum verabschieden.

v.l.n.r. Dr. Robert Kellner, Reinhard Lenz,     Dr. Norbert Müller und die Moderatoren der Veranstaltung Ludger Hohenberger (UK NRW), Thomas Overmann ( Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover und die Landesunfallkasse Niedersachsen),    Dr. Thomas Klüner (UK NRW).