Nachrichten der Unfallkasse NRW

Fachtagung: Demografischer Wandel als Chance - Umdenken ist notwendig

[18.11.2011] Die Gesellschaft wird immer älter. Dementsprechend verändert sich auch die Zusammensetzung der Gruppe der Erwerbstätigen. Im Jahr 2060 wird jeder Dritte 65 Jahre und älter sein. Jede Einrichtung sollte sich darauf vorbereiten, alternsgerechte, attraktive Arbeitskarrieren anzubieten und Arbeitnehmer/-innen lange gesund im Beruf zu halten.

Damit sind auch Chancen verbunden. Die Arbeitsplätze müssen so gestaltet werden, dass sie nachhaltig in den verschiedenen Lebensphasen des Menschen gesundes Arbeiten ermöglichen.

Das Ziel der Fachtagung war es, diese Aspekte aufzugreifen und in Diskussion mit Experten verschiedener Fachrichtungen Handlungsorientierungen für die praktische Umsetzung zu geben.

Manfred Lieske, Mitglied der Geschäftsführung der Unfallkasse NRW, stellte in seiner Begrüßung klar, dass nur wenn rechtzeitig auf die Gesundheit der Mitarbeiter geachtet werde, Arbeit attraktiv und auch sinnvoll bleibe.
Dr. Hanna Zieschang, DGUV

Dr. Hanna Zieschang, von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, erläuterte in ihrem Beitrag, dass die Unfallversicherungsträger für die Betriebe als Ansprechpartner für das Thema demografischer Wandel zur Verfügung stehen. Und zwar mit Qualifizierung, Beratungen im Betrieb, Forschung für die Praxis. Außerdem bieten sie Seminare, u.a. die Ausbildung zum Demografie-Berater nach INQA, Tagungen und Unterstützung bei Workshops und Gesundheitstagen sowie Erarbeitung von Musterlösungen an.


Gudrun Harlfinger, BGHM

Sich nicht nur den Belastungen, sondern auch den Ressourcen zu widmen forderte Gudrun Harlfinger, von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall, in ihrem Vortrag "Nicht alt aussehen mit alternder Belegschaft durch Betriebliches Gesundheitsmanagement." Dieses beinhalte individuelle Gesundheitsförderung, ergonomische Maßnahmen und verbessertes Führungsverhalten.
Dr. Heinrich Geißler, BFG, Österreich Dr. Heinrich Geißler, Beratung und Forschung Geißler, machte darauf aufmerksam, dass mit zunehmenden Alter auch die Maßnahmen individueller werden müssen. Die "Selbstbeobachtungskompetenz" sowohl individuell als auch betrieblich müsse erhöht werden. Er forderte "mitalternde Arbeitsverträge". "Darüber hinaus müssen Führungskräfte mehr über Alter, Altern und Gesundheit wissen", so Geißler. Die große Ressource sei die Gesundheit, die u.a. aus Arbeitsfreude, Arbeitsstolz und Anerkennung durch den Vorgesetzten bestehe. In den Betrieben müsse deutlich werden, dass Gesundheit der Mitarbeiter eine Investition sei.
Leopold Paeth, VW AG, Wolfsburg

Im letzten Vortrag der Tagung erklärte Leopold Paeth den bei Volkswagen eigens geschaffenen Tarifvertrag mit Blick auf den demografischen Wandel.