Nachrichten der Unfallkasse NRW

24. April 2019 - 22. Tag gegen Lärm

Das Bild zeigt das Plakat zum 22. Tag gegen Lärm
[24.04.2019]

So ein Tag im Kindergarten kann ganz schön laut sein: Spielzeughandys bimmeln, kleine Polizeiautos lärmen mit ihrer Alarm-Sirene, Gleichaltrige schreien. Dieser penetrante Dauerlärm reizt die Nerven und schadet den Kindern: Oftmals haben schon Kinder bei der Einschulung keine altersgemäße Hörwahrnehmung – ein Faktor, der negativ auf die schulische Entwicklung des Kindes wirken kann. Darauf weist die Unfallkasse NRW anlässlich des 22. internationalen „Tags gegen Lärm“ am 24. April hin.

Lärm hat gravierende Folgen: Ständige Beschallung quält das empfindliche Gehör und macht Kinder aggressiv und nervös. Doch das ist noch nicht alles. Lärmgestresste Kinder liegen in ihrer Sprachentwicklung und Konzentrationsfähigkeit oft hinter denen, die ihre Ruhe haben dürfen. Die Unfallkasse appelliert an Eltern, zu Hause Ruhe-Inseln zu schaffen und auch das eigene Verhalten zu prüfen. Stundenlanges Musikgedudel zerrt schließlich auch an erwachsenen Nerven.

Elektronisches Spielzeug, das dem Kind etwas vorspielt oder vorspricht, kann zu irreparablen Hörschäden führen, wenn die Lautstärke zu hoch eingestellt ist und das Kind sich das Spielzeug zu lange direkt an das Ohr hält. Dauerbeschallung schadet den empfindlichen Haarzellen im Innenohr, die das Hören erst möglich machen. Zerstörte Haarzellen wachsen nicht nach, die Folge ist Schwerhörigkeit.

Bei der Unfallkasse NRW, bei der rund 584.000 Kinder aus Tageseinrichtungen versichert sind, ist Lärm schon lange ein Thema der Prävention. So hat sie zusammen mit anderen Unfallversicherungsträgern die Broschüre „Lärmprävention in Kindertagesstätten“ herausgegeben, die hier bestellt bzw. heruntergeladen werden kann.

Darüber hinaus wurden Lärmmessungen in Schulen und Kindertagesstätten vorgenommen. Die Einrichtungen werden entsprechend beraten. Zur Lärmminderung und Prävention rät die Unfallkasse NRW zu verschiedenen Maßnahmen technischer, organisatorischer und pädagogischer Art.

Zunächst können schallabsorbierende Materialien in Räumen eingebaut werden. Dann sollte die Personenanzahl in einzelnen Räumen so weit wie möglich reduziert werden. Es hilft lautere Aktivitäten an andere Orte zu verlagern und schließlich sollte darüber nachgedacht werden, organisatorische Abläufe zu entzerren. Aus pädagogischer Sicht insbesondere in Kindertagesstätten helfen Rückzugs-möglichkeiten wie Ruheräume, Phasen von Unruhe durch etwas lautere Sing- oder Bewegungsspiele zu unterbrechen um anschließend wieder Ruhe und Aufmerksamkeit herzustellen oder Messgeräte mit optischen Anzeigen für Lärm, wie beispielsweise eine „Lärmampel“.